Göda. Seit acht Jahren
treffen sich die PC-Fans
jeden Sonnabend im
Ärztehaus am Oberweg.
Sie eint die Liebe zu dem
Kult-Rechner der 80er.
■Madeleine Siegl-Mickisch
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an kann den Amiga mit |
einem Odtimer verglei- |
chen meint Uwe Hölzel, |
der Vorsitzende des Amiga User
Clubs Bautzen. Und genauso wie
Oldtimer-Fans beim Gedanken an
Vehikel, die nicht mehr unbedingt
alltagstauglich sind, glänzende Augen kriegen, kommen die Club-Mitglieder ins Schwärmen, wenn
vom Amiga die Rede ist. Und das
obwohl die meisten von ihnen heute kaum noch mit diesem bis in die
90er Jahre weit verbreiteten Heimcomputer arbeiten, sondern aus
praktischen Gründen auf den PC
umgestiegen sind. „Wir blicken mit
einem weinenden Auge zurück“,
sagt Thomas Claus, der im Verein für die Finanzen zuständig ist.
Das gemeinsame Interesse für
den Amiga hatte sie vor knapp zehn
Jahren zusammengeführt. „Damals
gabe es in Bautzen einen Amiga-Laden“ , erinnert sich Uwe Hölzel, der
oft dort stöberte. Auf Initiative des
Geschäftsinhabers Carsten
Schmidt kamen regelmäßige Treffen von Amiga-Fans zustande, anfangs auf dem Dachboden bei
Schmidts in Dreikretscham. Weil es |
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dort bald zu eng wurde, stellten sie den Kontakt zur Gemeinde Göda her. Und so kamen die AmigaFreunde vor acht Jahren zu ihren Vereinsräumen im Ärztehaus am Oberweg nicht ohne vorher einen Verein gegründet zu haben, was Bedingung für die mietfreie Nutzung kommunaler Räume in Göda ist.
Seitdem rauchen dort jeden Sonnabendnachmittag bis in den späten Abend die Köpfe beim gemeinsamen Tüfteln über Programmen, natürlich werden auch Spiele ausprobiert und Neuigkeiten aus der Amiga-Szene ausgetauscht. „Es
ist eben etwas anderes, als nur allein stundenlang vorm Computer
zu sitzen“, sind sich Uwe Hölzel
und Thomas Claus einig.
Auch wenn die meiste Zeit die Rechner laufen, finden die computervernarrten Herren der Schöpfung Zeit, zusammen ins Kino zu gehen, zu anderen Vereinen, zu
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| Treffen jeden Sonnabend |
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Der Amiga User Club Bautzen e.V. trifft sich regelmäßig Sonnabend ab 14 Uhr in seinen Vereinsräumen im Ärztehaus, Oberweg 2, in Göda. |
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Die Vereinsmitglieder tüfteln
gemeinsam an Programmen, testen Spiele, tauschen Erfahrungen aus, helfen aber
auch, wenn Außenste
hende Fragen zum Computer haben. |
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Präsentationen, zum Beispiel vor Schülern, gehören ebenfalls zur Vereinsarbeit.
@ www.amigaclub-bautzen.de |
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Messen oder zum Einkaufen zu fahren. Dann geht es natürlich
auch um Computer. „Ein bisschen
verrückt muss man schon sein“,
gibt Hölzel zu.
Einige der jungen Mitglieder haben über den Verein sogar ihre berufliche Orientierung gefunden.
Auch Thomas Claus verdient sich
seit ein paar Jahren mit dem Gestalten von Internetseiten seine Brötchen. Frank Menzel ist einer der
wenigen im Club, der sich noch intensiv mit dem Amiga beschäftigt.
Ansonsten wird der PC heute genauso akzeptiert, wenn auch emotionsloser. „Wenn es den Amiga
nicht gegeben hätte, wären wir vielleicht nicht zusammen gekommen“, meinen Hölzel und Claus.
Die eingeschworene Gemein- schaft hat aber auch ein offenes
Ohr, wenn Außenstehende Fragen haben. “Wir sind einer der wenigen Computerklubs, die als gemeinnützig anerkannt sind“, hebt Thomas Claus hervor. Auch weil sie schon gemeinsame Projekte angeschoben haben wie den Bau eines Infoterminals, und die Internetseite der Gemeinde Göda zu deren Tausendjahrfeier gestaltet der Club ebenfalls. Gern würder er mehr mit anderen Gödaer Vereinen zusammenar- beiten. Aber das gestaltet sich etwas schwierig. „Wir sind eben immer nur sonnabends hier.“ Denn
im Alltag sind die Clubmitglieder
weit verstreut, über Bautzen, Kamenz, Hoyerswerda, Zittau. Sogar aus Cottbus kam eine Zeit lang ein junger Mann regelmäßig jeden Sonnabend mit dem Fahrrad! |